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Fall-Präsentation

Fall 1 – Fehlstellung mit Überbelastung der Femurkomponente.

Diese 62-jährige Frau litt unter einer typischen lateralen Gelenkflächen-Patellofemoralarthritis. Es wurde eine Patellofemoralarthroplastie durchgeführt. In der postoperativen Phase kam es zu starken Schmerzen und der Unfähigkeit, das Knie zu beugen. Trotz umfassender Rehabilitation, Physiotherapie, Manipulation unter Narkose und kontinuierlicher passiver Bewegung bestanden weiterhin Steifheit und Schmerzen.

Postoperative Röntgenaufnahmen zeigen, dass die Prothese in einer Extension von 15° positioniert wurde, was zu einer Überbelastung der Trochlea führte.


Präoperative, laterale Röntgenaufnahme

In der Revision wurde bestätigt, dass der Femurschnitt in etwa 15° Extension verlief und dass die Prothese nicht vollständig deckend mit der Gelenkfläche der medialen und lateralen Femurcondylen eingesetzt wurde.

    
Operationsergebnis mit erhöhter Trochlea

Die Femurkomponente wurde repositioniert, Femurschnitt und Protheseneinsatz wurden angepasst, so dass eine Übereinstimmung mit den medialen und lateralen Femurcondylen erzielt wurde.


Nach Wiedersetzen der Trochlea

Die postoperative Genesung verlief zufrieden stellend und sie erlangte schnell wieder eine Beugung von mehr als 90° bei kompletter Schmerzfreiheit.


Postoperative laterale Darstellung

Nach vier Monaten erreichte sie einen Bewegungsbereich von 120° und konnte normal laufen.

Nach einem Jahr hatte sie keine Schmerzen mehr, verfügte über die vollständige Bewegungsspanne und maximale Funktionalität.

Der Fehler in der ersten Operation bestand somit in einer Fehlstellung der Femurkomponente in der Extension, die nicht korrekt in Übereinstimmung mit den Gelenkflächen eingesetzt wurde.

Fall 2 – Probleme nach der Patellektomie

Diese 46-jährige Frau stellte sich dreißig Jahre nach einer Patellektomie mit Schmerzen, Schwellungen und einer Knieinstabilität vor. Die Schmerz- und Schwächesymptome waren seit der ersten Operation vorhanden, haben sich jedoch in den letzten sechs bis zwölf Monaten verschlimmert.

Im Magnetresonanztomogramm war zu erkennen, dass eine Trochleadysplasie vorlag und die restliche Streckmuskelsehne abgeflacht und über der lateralen Femurtrochlea positioniert war.

Es wurde ein Avon Femurtrochlea-Ersatz sowie ein Realignement des Streckermechanismus durchgeführt, bei gleichzeitiger Lockerung der lateralen Strukturen und Plikation der medialen Strukturen, so dass die Streckersehne mittig in der neuen Patellarfurche ausgerichtet wurde.

  

Die Patientin erholte sich sehr gut, zwei Jahre später verfügte sie über die komplette Funktionalität, ohne Schmerzen sowie eine hervorragende Gelenkstabilität.

Ref.: Ackroyd C.E.,  Smith E.J., Newman J.H. Trochlear resurfacing for extensor mechanism instability following patellectomy. Knee 2004. 11: 109 -111.

Fall 3 – Persistente Dislozierung der Patella mit Trochleadysplasie

Diese 45-jährige Frau klagt über Schmerzen und Steifheit im linken Knie bei dauerhaft dislozierter linker Patella. Es liegt eine deutliche Einschränkung des Bewegungsbereichs mit nur 40° Flexion vor.

         

Das Knie wurde mit einem lateralen Einschnitt geöffnet und die deutlich deformierte dysplastische Trochlea wurde durch eine Avon-Patella ersetzt, die mit Außenrotation eingesetzt wurde. Die Patella selbst wurde neu beschichtet und es wurde ein distales Realignment nach Elmslie durchgeführt.

                  
      Deformierte und dysplastische Trochlea                  Avon Trochlea-Einsatz mit leichter Außenrotation
     
     
     


Die Patellaführung ist postoperativ zufrieden stellend und zeigt eine gute Heilung mit kompletter Streckung und gutem Flexionsbereich.

         
Postoperative Röntgenaufnahmen mit guter Funktionalität

Fall 4 – Fehlerhafter Patella-Rückflächenersatz

Diese 62-jährige Frau stellte sich mit einer schweren lateralen Gelenkflächen-Patellofemoralarthritis vor. Bei der Operation wurde die Trochlea durch eine kleine, gut passende Komponente ersetzt, die korrekt eingesetzt wurde. Die Patella selbst war extrem klein und zeigte eine deutliche Erosion an der lateralen Gelenkfläche. Zur damaligen Zeit ging man davon aus, dass ein Rückflächenersatz der Patella nicht möglich ist, diese blieb daher unverändert.

Die Patientin klagte weiterhin über anhaltende Schmerzen, Schwellungen, Steifheit und Rückflächenersatz durchzuführen. Man führte eine peripatellare, subperiosteale, laterale Retinaculumlösung durch, um den lateralen Osteophyt freizulegen, die Patella wurde freigelegt, um die restlichen Gelenkflächen darzustellen. Es wurde ein dünner Knochensplitter entfernt, wobei hauptsächlich die mediale Gelenkfläche entfernt und der laterale Osteophyt intakt blieb, um den Knochendefekt auf die laterale Gelenkfläche zu beschränken. Es wurde eine kleinere Grösse eingesetzt, nach Kürzung des seitlichen Zapfens passte die Komponente gut und war stabil. Sie wurde in einwandfreier Position zementiert und bildet mit dem lateralen Osteophyt einen Rand zur Eindämmung des Defekts. Nach der Festigung des Zements wurden die restlichen Osteophyten entfernt. Die Patellaführung war nach Abschluss des Verfahrens zufrieden stellend, die Heilung nach der Operation war erfolgreich, alle Symptome konnten beseitigt werden.

Postoperative Röntgenaufnahmen nach Neubeschichtung der Patella mit anteroposteriorer, lateraler und tangentialer Darstellung.

 

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