spacer
Fachinformationen
Inzidenz & Ätiologie
      
Joint Replacements
Patienten
Fachinformationen
Inzidenz & Ätiologie   
Untersuchungen   
Frühbehandlung   
Indikationen   
Kontraindikationen   
Design   
Technik   
Postoperative Pflegeanweisungen   
Ergebnisse   
Komplikationen   
Erhaltung   
Fall-Präsentation   
Patellofemoral Dysplasia   
Spezialfall   
FAQs   
Die Zukunft   
Referenzen   
Weitere Informationen
Kontakt


Home >> Fachinformationen >> Inzidenz & Ätiologie



Inzidenz & Ätiologie

Erkrankungen des Patellofemoralgelenks sind bei Erwachsenen häufig Ursache für Knieschmerzen. Bei Teenagern und jungen Leuten treten diese Erkrankungen als unspezifische vordere Knieschmerzen auf, für die zahlreiche Ursachen möglich sind und die lästige Mobilitätseinschränkungen verursachen können. Die genaue Inzidenz ist unbekannt, mit fortschreitendem Alter und weiteren Schäden an den Gelenkflächen entwickelt sich jedoch eine ausgeprägte Osteoarthritis des Patellofemoralgelenks. Dieser Zustand ist in der Regel symptomatisch für moderate Schmerzpegel und eingeschränkte Mobilität sowie insbesondere für Einschränkungen der Kniefunktion. Paradoxerweise weisen manche Patienten ausgeprägte osteoarthritische Veränderungen, die auf dem Röntgenbild sichtbar sind, ohne wesentliche Symptome auf.

     
Typische isolierte Patellofemoral-Arthritis

Ein gesteigertes Bewusstsein für diese Erkrankungen durch detailliertere Untersuchungen des Patellofemoralgelenks entstand erstens mit Hilfe des Tangentialebenen-Röntgengeräts von Merchant oder Ficat und zweitens mit dem weiter verbreiteten Einsatz von transversalen Bildern mittels CT und MR. Eine Untersuchung mittelalterlicher Begräbnisstätten von Rogers (1) hat ergeben, dass diese Erkrankung des Patellofemoralgelenks zur damaligen Zeit weit verbreitet war. Vor kurzem haben Studien von Noble (2), McAlindon (3) und Davies (4) gezeigt, dass in der Bevölkerung eine erhebliche Inzidenz symptomatischer patellofemorale Erkrankungen besteht. Davies’ Untersuchungen von 208 Patienten, die wegen arthritischer Schmerzen im Knie eine orthopädische Klinik aufgesucht haben, ergab, dass bei fast 10 % ein eindeutiger Nachweis für eine isolierte Patellofemorale Erkrankung vorhanden war. In diesen Studien wurden Erkrankungsmuster nachgewiesen, darunter isolierte Veränderungen an den medialen oder lateralen Patellofemoralgelenkflächen oder symmetrische Erkrankungen. Diese führten zu dem unausweichlichen Schluss, dass bei einem bestimmten Anteil der Patienten mit Osteoarthritis im Knie eine isolierte Patellofemorale Erkrankung besteht; dieser Prozess kann viele Jahre lang lokal begrenzt bleiben, ehe er auf andere Bereiche übergreift.





Es gibt viele Ursachen für patellofemorale Erkrankungen, die meisten betreffen im Allgemeinen die mechanische Stabilität des Streckmechanismus. Dabei handelt es sich um eine komplexe Gelenkübertragungskraft vom großen Streckermuskel über eine schmale Scheibe an den Tibia-Tuberkel. Die effiziente Funktion dieses Mechanismus ist wesentlich für die effektive Fortbewegung in aufrechter Haltung. Goodfellow und Hungerford (5) haben die Kontaktflächen von sieben separaten Patella-Gelenkflächen beschrieben und auf die komplexe Überlappung im Tibia-Femurgelenk hingewiesen, die im Tierreich einzigartig ist. Ein geringfügiger Grad von Inkongruenz in Bezug auf die Trochlea führt zu einer erheblichen Steigerung der Kräfte an den Gelenkflächen. Daher ist das Patellofemoralgelenk besonders anfällig für einen geringen Grad an Inkongruenz und für die Auswirkungen von Verletzungen. Eine seitliche Verschiebung im Gelenk kann unterschiedliche angeborene Fehlstellungen der Patella oder der Trochlea zur Folge haben. Veränderungen in der generellen Stellung des Glieds, ob varus, valgus oder Rotation, können zu einer Inkongruenz und zur Überlastung der Oberflächen führen.

20°                            45°                               90°                         135°

        
Kontaktpunkte - Goodfellow und Hungerford (5)



Die Stabilität des Patellofemoralgelenks wird hauptsächlich durch den komplexen Aufbau der Muskeln und Bänder des proximalen Streckermechanismus bestimmt. Eine muskuläre Unausgewogenheit des Quadrizepsmechanismus ist häufig Ursache für Funktionsstörungen im Knie, insbesondere wenn der Grund dafür Fehlstellungen oder Inkongruenz ist. Die Faktoren, die die Muskelsteuerung bestimmen, sind bisher nicht genau bekannt, und Quadrizeps-Funktionsstörungen sind manchmal nur schwer zu korrigieren. Sobald diese auftreten, normalerweise als Folge einer Verletzung, bleiben sie häufig bestehen.

Diese mechanischen Faktoren können zu einem Gelenkknorpelschaden mit progressivem Abnutzungszyklus führen, der nur schwer reversibel ist.

Untersuchungen (6) der Pathologie fortgeschrittener patellofemoraler Erkrankungen zeigen, dass meist die lateralen Gelenkflächen von Patella und Trochlea betroffen sind, wobei 80 % der Fälle dieses Muster einer lateralen Fehlstellung mit Subluxation aufweisen. Eine geringe Anzahl an Fällen zeigt eine mediale Gelenkflächen- und Trochlea-Erkrankung (<10 %). Die exakte Ätiologie dieser Schädigung ist nicht bekannt, es liegt jedoch nahe, dass es sich um ein entsprechendes, entgegegengesetztes mediales Überlastungssyndrom handelt. Die übrigen Fälle weisen symmetrische Abnutzungsmuster auf, die sowohl die medialen als auch die lateralen Gelenkflächen von Patella und Trochlea-Furche betreffen.

    
Laterale Gelenkfläche OA                           Mediale Gelenkfläche OA



Referenzen

  1. Rogers J., Dieppe P. Is tibiofemoral osteoarthritis in the knee joint a new disease? Ann Rheum Dis 1994; 53: 612-613.
  2. Noble J., Hamblen D.L. The Pathology of the degenerate meniscus lesion. J Bone Joint Surg (Br) 1975; 57-B: 180-186.
  3. McAlindon T.E., Snow S., Cooper C., Dieppe P.A. Radiographic pattern of osteo-arthritis of the knee joint in the community; The importance of the patellofemoral joint. Ann Rheum Dis 1992; 51: 844-849.
  4. Davis A.P., Vince A.S., Shepstone L., Donell S.T., Glasgow M.M. The radiologic prevalence of patellofemoral osteoarthritis. Clin Orthop 2002; 402: 206-12.
  5. Goodfellow J., Hungerford D.S., Zindel M. Patellofemoral joint mechanics and pathology. J Bone Joint Surg (Br) 1976; 58-B: 287-290.
  6. Tauro B., Ackroyd C.E., Newman J.H., Shah N.A. The Lubinus patellofemoral arthroplasty. (J Bone Joint Surg (Br) 2001; 83-B: 696-701.

 

Español | Français | Italiano | English

Sitemap
Terms of Access
Privacy Policy
© Stryker, 2003 - 2010