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Untersuchungen

Nach sorgfältiger Anamnese und Untersuchung müssen eine antero-posteriore und laterale Darstellung des Tibiofemoral-Gelenks unter Belastung erstellt werden, darunter auch eine

30°-Darstellung nach Rosenberg (1). Häufig werden Fälle einer Patellofemorale Erkrankung aufgrund der fehlenden Tangentialdarstellung des Patellofemoralgelenks bei einer Flexion von 30° nicht erkannt. Diese wurde von Ficat (2) und Merchant (3) gut beschrieben und ist eine wichtige Röntgendarstellung zum Nachweis des proximalen Anteils des Patellofemoralgelenks.

     
A/P und laterale Röntgenaufnahme unter Gewicht und Tangentialansicht mit 30° Flexion.

In Übersichtsaufnahmen werden in der Regel nur signifikante Arthritiserkrankungen mit Gelenkraum-Verengung, Osteophyten und subchondraler Sklerose nachgewiesen. Das Gelenk dreht sich um mindestens 130° und in einem Teil des Bewegungsbogens kann ein gravierender arthritischer Schaden vorliegen. Dynamische Computertomogramme mit Darstellungen bei 0°, 20° und 40° Flexion und einer Messung der Höhe von Patella- und Tibialtuberkel-Verschiebung ermöglichen eine sorgfältige Untersuchung der einfachen Mechanik und der Patellofemoralgelenk-Struktur.

Entspannter Streckmuskel                         Kontrahierter Streckmuskel


  
Dynamisch geschichtete Computertomogramme des P/F-Gelenks bei 0° zeigen eine Subluxation.

Der Einsatz von Magnetresonanztomogrammen ist mittlerweile verbreitet, auf diese Weise kann das komplette Ausmaß von Läsionen der Gelenkflächen von Patella und Trochlea nachgewiesen werden. Es werden dynamische MR-Untersuchungen entwickelt, um den frühen Bewegungsbereich der Patella zu verfolgen; diese können eventuell dazu beitragen, spezifische Fehlstellungs-Syndrome nachzuweisen.

Proximal

                           Medial                           Distal
   
MR-Aufnahmen, die die medialen oberen und unteren Patella-Gelenkflächen in vollem Umfang darstellen.

Der nächste Schritt in der diagnostischen Sequenz ist der Einsatz der Arthroskopie. Diese invasive Technik sollte Anwendung finden, wenn konservative, nicht operative Maßnahmen die Symptome nicht eindämmen konnten. Dabei können nützliche Informationen über den Status der Gelenkoberflächen und die Ausrichtung der Patella gewonnen und dokumentiert werden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass der Vergrößerungseffekt der Arthroskopie die Gelenkläsion um ein Vielfaches größer erscheinen lässt als bei direktem Einblick. Gleichzeitig kann eine Behandlung mittels Chondrektomie durchgeführt werden, um unstabile, freie Gelenkkörper zu entfernen. Es kann auch eine arthroskopisch kontrollierte, extra- oder intrakartikuläre laterale Lockerung durchgeführt werden, dieses Verfahren ist jedoch weiterhin umstritten. In vielen Fällen ist seine Wirkung von kurzer Dauer und es ist wahrscheinlich nur in einer geringen Anzahl von Fällen angezeigt, in denen eine frühe Subluxation und ein fest sitzendes Retinaculum vorliegen. Allein ist es selten effektiv, insbesondere wenn ein erheblicher Grad an lateraler Überlastung, Subluxation oder Neigung vorliegt. Die Durchführung einer lateralen Peripatellar-Lockerung ist gegebenenfalls die logischere Therapie.


Superolaterales Portal zur Darstellung des Patellofemoralgelenks.

Die arthroskopische Beurteilung sollte eine sorgfältige Untersuchung des Tibiofemoralgelenks mit einer Darstellung von Patellofemoralgelenk, Intercondylargrube und unteren Trochleaoberflächen vom inferolateralen Portal aus umfassen. Ein wesentlicher Teil der Untersuchung besteht darin, die Patella von der Oberseite des suprapatellären Raums aus darzustellen, üblicherweise über das superolaterale Portal. Dieses Portal ist anhand einer Darstellung des suprapatellären Raums von unten einfach zu identifizieren. Nachdem am höchsten und proximalsten Punkt des Raums ein Einschnitt gemacht wurde, wird eine feste Nadel eingeführt, durch die eine arthroskopische Kanüle in das Gelenk eingeschoben werden kann, ohne eine Via falsa zu schaffen. Nach Entleerung der Gelenkflüssigkeit kann eine sorgfältige Bewertung der Patellaposition über den gesamten Bewegungsbereich erfolgen. Von der lateralen Vertiefung und der Furche zwischen Trochlea und Knie werden dann statische oder Videoaufnahmen bei 0°, 20°, 40° und 60° Flexion gemacht. Ähnliche Beurteilungen werden nach dem Realignment durchgeführt, um die exakte Korrektur der Führung zu gewährleisten.

0°                                                             20°



Laterale Vertiefung – Patellafurche 0°          -          Laterale Vertiefung – Patellafurche 20°
Linkes Knie, vom superolateralen Portal aus betrachtet.

Referenzen

  1. Rosenberg T.D., Paulos L.S., Parker R.D., Coward D.B., Scott S.M. The forty-five-degree posteroanterior flexion weight-bearing radiograph of the knee. J Bone Joint Surg Am. 1988 Dec;70(10):1479-83
  2. Laurin C.A., Dussault R., Levesque H.P. The tangential xray investigation of the patellofemoral joint. Clin Orthop 1979; 144: 16-26.
  3. Merchant A.C. Patellofemoral imaging. Clin Orthop 2001; 389: 15-21.
 

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